Das Hallenbauer-Lexikon

Achse

Bei der Stahlkonstruktion einer Halle wird in bestimmten Achsabständen (in der Regel 5,00 m oder 6,00 m) ein freitragender Rahmenbinder konstruiert. Die Achsmaße beziehen sich auf die Mitte (Achse) der Stahlträger. Die Länge einer Stahlkonstruktion wird zwischen den Achsen der Endbinder gemessen.

AK Stahl

Abkürzung für Außenkante Stahlkonstruktion. Die Bezeichnung AK Stahl wird sowohl für die Breite als auch die Länge der Stahlkonstruktion verwendet.

Außenkante Rahmenbinder

Die Breite der Stahlhalle bezogen auf die Außenkante der Stahlkonstruktion wird Spannweite genannt. Sie ist nicht zu Verwechseln mit der Außenkante des Gebäudes, da hierfür noch zusätzlich der Wandaufbau etc. hinzugerechnet werden muss.

First

Als Dachfirst, kurz First, bezeichnet man die höchste Kante an einem geneigten Dach. Dort treffen zwei Dachflächen aufeinander.

Freitragende Stahlhalle

Freitragend nennt man die Ausführung eines zentralen Konstruktionselementes, wenn dieses zur Erfüllung seiner Funktion ohne weitere äußere Lastaufnahmeelemente (z.B. Zwischenstützen) auskommen soll. Dazu ist es so auszuführen, dass sämtliche aufkommenden Belastungen zentral aufgenommen werden müssen. Bei einer freitragenden Stahlhalle ist also der Innenraum frei nutzbar.

Fundament

Die Gründung oder das Fundament ist die konstruktive und statische Ausbildung des Übergangs vom Bauwerk zum Boden. Das Fundament ist die Basis einer Baukonstruktion. Es besteht aus Stahlbeton.

Giebelbinder

Als Giebelbinder bezeichnet man die Stahlbinder der Endfelder einer Stahlhalle. Sie sind dünner dimensioniert als die Rahmenbinder da sie nur ½ der Last des Bilderfeldes aufnehmen. Die Giebelbinder sind meist mit Zwischenstützen konstruiert.

Giebelüberstand

Dachüberstand an der Giebelseite eines Gebäudes gemessen ab Achse Endbinder. Dieser ist nicht zu Verwechseln mit dem Dachüberstand gemessen von der Außenkante des Gebäudes und der Dachfläche. (sichtbarer Überstand)

Kragarm

Der Kragarm, auch Vordach genannt, bezeichnet die Verlängerung des Dachriegels über die Wandkonstruktion hinaus (kein Dachüberstand). Er ist im Allgemeinen größer als 1m.

Länge

Die Länge der Halle bezogen auf die Achsmaße der Stahlkonstruktion (Achse der Endbinder). Die Gesamtlänge des Gebäudes ist größer, da noch der Wandaufbau etc. hinzugerechnet werden muss.

Lichte Durchfahrtshöhe

Als lichte Durchfahrtshöhe bezeichnet man die Höhe zwischen der Oberkante Fertigfußboden und der Unterkante der Torkonstruktion. Sie ist keineswegs mit der Traufhöhe zu verwechseln, da die lichte Durchfahrtshöhe sehr viel niedriger liegt als die Traufhöhe eines Gebäudes.

Nullhöhe

Als Nullhöhe bezeichnet man die Oberkante des fertigen Fußbodens im Erdgeschoss (z.B. Pflaster, Fliesenbelag etc.) und ist der Bezugspunkt für alle Höhenangaben eines Gebäudes z.B. die Traufhöhe etc.

Oberkante Fertigfußboden

Die Oberkante des fertigen Fußbodens, kurz OK Fertigfußboden oder OK FFB, (z.B. Pflaster oder Fliesenbelag etc.) ist der Bezugspunkt für alle Höhenangaben bei einem Gebäude.

Oberkante Fundament

Mit Oberkante Fundament, kurz OK Fundament, wird die Höhe des Fundamentes bezogen auf die Nullhöhe angegeben. Meist liegt die Oberkante Fundament unter der Nullhöhe z.B. -0,20 m (das heißt die Oberkante des Fundamentes liegt 20 cm unter dem fertigen Fußboden).

Rahmen

Als Rahmen bezeichnet man in der Statik eine idealisierte Konstruktion, deren Stäbe neben Zug und Druck auch Biegung übertragen können. Die senkrechten Rahmenstäbe heißen Stützen, die waagerechten Stäbe Riegel. Die Rahmenecken werden mit Voute ausgeführt. Bei einer Stahlhalle besteht ein Rahmenbinder meist aus zwei Stützen und zwei Dachriegeln.

Rahmenbinder

Als Rahmenbinder bezeichnet man die Stahlbinder der Innenfelder einer Stahlhalle. Die Rahmenbinder sind - wenn nichts anderes vorgegeben wird - freitragend, das heißt ohne Zwischenstützen zur Unterstützung der Dachkonstruktion. Der Rahmenbinder nimmt die volle Feldlast auf.

Schleppe

Nebengebäude der Stahlhalle mit eigener Stütze, welches an die Haupthalle angelehnt wird.

Schneelast

Die Schneelast gehört zu den klimatisch bedingten veränderlichen Einwirkungen auf die Stahlhalle. Sie hängt von der geografischen Lage des Gebäudes ab.

Spannweite

Als Spannweite einer Stahlhalle bezeichnet man die Breite der Halle bezogen auf die Außenkante der Stahlkonstruktion. Die Außenkante des Gebäudes ist größer, da noch zusätzlich der Wandaufbau hinzugerechnet werden muss.

Traufe

Als Dachtraufe, kurz Traufe, bezeichnet man die Tropfkante am Dach eines Gebäudes. Hier fließt während eines Regens das gesammelte Wasser der Dachfläche ab, an der Traufe befindet sich daher meist eine Regenrinne.

Traufhöhe

Die Höhe zwischen Traufpunkt und der Oberkante Fundament wird als Traufhöhe bezeichnet. Sie ist keinesfalls mit der Höhe der Dachrinne über dem Erdboden zu verwechseln.

Traufüberstand

Dachüberstand an der Traufseite eines Gebäudes gemessen ab Außenkante Stahlkonstruktion. Dieser ist nicht zu Verwechseln mit dem Dachüberstand gemessen von der Außenkante des Gebäudes und der Dachrinne.

Voute

Eine Voute ist eine dreieckförmige Abschrägung eines Auflagers, die Verbreiterung eines sonst gleichmäßig breiten Dachriegels. Durch die Voute wird der Kraftfluss gleichmäßiger, was statisch und wirtschaftlich von Vorteil sein kann. Die Voute dient als Verstärkung des Dachriegels.

Windverband

Als Windverband bezeichnet man die diagonale Aussteifung eines Gebäudes (in der Regel ausgeführt als Windkreuze aus Rundstahl).